Endometriose Selbsthilfe Gruppe Berlin

Antworten auf die häufigsten Fragen

Was ist Endometriose?

Endometriose ist eine Krankheit, bei der sich Zellen, die der Gebärmutterschleimhaut ähneln, außerhalb der Gebärmutter ansiedeln. Man findet diese Zellen im Gewebe oder den Organen des Bauchraumes, z.B. um oder im Eileiter, Eierstöcke, Blase, Darm und Bauchfell. In seltenen Fällen wurde Endometriose auch im Zwerchfell, der Lunge oder im Gehirn entdeckt. Endometriosezellen können mit dem hormonellen Zyklus wachsen und bluten.

Da sie außerhalb der Gebärmutter liegen, kann das Gewebe und das Blut aber nicht wie das Menstruationsblut „abbluten“, sondern bleibt im Bauchraum „gefangen“. Dadurch entstehen Entzündungen, und Verwachsungen, die meistens starke Schmerzen im Unterleib (möglicherweise auch im Rücken und in den Beinen), Schwindel, Übelkeit, Angeschlagenheit und viele andere Symptome auslösen können. Jede Endometriose verläuft anders, deshalb wird sie oft lange nicht erkannt. Es gibt auch Menschen, die keine oder sehr wenig Beschwerden haben.

Wie wird Endometriose diagnostiziert?

Die meistverbreitete Diagnose geschieht über eine OP – der sogenannten Bauchspiegelung (Laparoskopie) – bei der eine Kamera in den Bauchraum eingeführt wird. Nur in seltenen Fällen kann man Endometriose über eine Ultraschallbilduntersuchung (z.B. wenn Endometriosezysten vorhanden sind) oder durch Abtasten erkennen.

Dies erfordert aber meistens spezielles Wissen und spezielle Geräte von Endometriose-Spezialist:innen. Gebt euch also nicht unbedingt damit zufrieden, wenn eure regulären Gynäkolog:innen zu euch sagen: „Auf dem Ultraschall sieht man nichts, also hast du auch keine Endometriose“.

Welche Ärzt:innen können mir helfen?

Wenn du den Verdacht hast, Endometriose zu haben, empfehlen wir dir, dich ausschließlich an ein zertifiziertes Endometriosezentrum zu wenden. Das ist wichtig, denn die Ärzt:innen an diesen Zentren haben sich auf dem Gebiet der Endometriose spezialisiert und haben damit einen größeren Umfang an Wissen und Erfahrung.

Außerdem wird regelmäßig kontrolliert – unter anderem von der Endometriose Vereinigung Deutschland e.V. und der Stiftung Endometriose Forschung – dass diese Zentren bestimmte Standards einhalten, zum Beispiel in Bezug auf die Beratung, die OP, Therapien und Anschlussheilbehandlungen oder Reha Maßnahmen. Eine Liste von zertifizierten Endometriose Zentren findest du hier.

Welche Therapien gibt es?

Nach einer Diagnose durch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie), wird dir deine Ärztin oder dein Arzt meistens empfehlen, die „Pille“ durchweg – also ohne 7-tägiger Pause – zu nehmen, vorausgesetzt du hast keinen Kinderwunsch. Damit können Endometriose-bedingte Symptome gemildert oder maskiert werden, da deine Menstruationsblutung und das Bluten der Endometriosezellen unterdrückt werden. Die „Pille“ ist allerdings keine Heilung von Endometriose und es gibt Betroffene, die trotzdem über Zwischenblutungen klagen. Da die Ursachen von Endometriose bis heute nicht vollständig aufgeklärt sind, gibt es leider auch noch keine offizielle Heilung im medizinischen Sinne. 

Viele Menschen mit Endometriose lassen sich auch ganzheitlich behandeln, und haben Linderung von Endometriose Symptomen durch Tradionelle Chinesische Medizin (TCM), Homöopathie, Osteopathie, und vor allem Ernährungsumstellung erfahren.